Ossi Wessi "10 Valentine"

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Campino
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Ossi Wessi "10 Valentine"

Beitragvon Campino » Sa 9. Nov 2002, 00:35

Nun Leute !
Hab nur mal mitgeteilt, was viele denken wenn Sie , sicherlich auch aus Unkenntnis der Situation, diese Rufe hören.

Mir liegt fern als Missionar aufzutreten, das kann und will ich auch nicht. Ihr könnt mir glauben, dass ich gerne mal erfahren wollte, welche Gründe vorliegen. Und Eure Gründe sind für mich jedenfalls verständlicher geworden.

Macht das und ruft das was Ihr wollt, dass muss ich nicht extra betonen. Jedenfalls Danke für die überwiegend sachliche Darlegung. Es ist Euer Verein , der eine wichtige Rolle auch im Jugendbereich , spielt.

Beim nächsten Berlin-Besuch werd ich mich bestimmt mal wieder sehen lassen.

Bis denne.

Campino
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Elch der ältere
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Ossi Wessi "10 Valentine"

Beitragvon Elch der ältere » Sa 9. Nov 2002, 01:12

Genau! Kuckuck, Kuckuck.
Leute fragen, Bücher lesen, Thema schliessen!
Venceremos!

P.S: Dinamo Moskwa, ole ole ola, ole ole ola
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Heavy
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Beitragvon Heavy » Sa 9. Nov 2002, 14:03

Der Name wurde nicht beibehalten, weil es sehr kompliziert war, als Dynamo Berlin sponsoren zu finden.
In einem Deutschland, dass immer oberflächlicher wird und in dem BILD und Boulevardjournalismus das Meinungsbild prägen, wird die DDR auf Stasi, SED-Regime und Mauertote reduziert. Dynamo ist in diesem Schema immer gleich Stasi. Auch die Leute in den Managementetagen denken da nicht anders als der gemeine Mob. Deshalb hat sich der Club 1992 in Eisbären umbenannt.

Der Punkt ist doch einfach der:
Die Ostdeutschen mussten sich nach der Wiedervereinigung in nahezu allen Lebensbereichen umstellen. Anderes Bildungssystem, anderes Gesundheitssystem (obwohl beide ja auch nicht gerade der Weisheit letzter Schluß sind), andere Berufe, etc.. Das war ja auch kein Problem. Nur leider haben die meisten Altbundesbürger bis heute nicht begriffen, dass sich auch für sie in einem neuen wiedervereinten Deutschland etwas ändert. Ich habe 1 Jahr in Mönchengladbach gelebt und kenne einige Leute in Bayern uns Schwaben. Für die reduziert sich die Wiedervereinigung eine Meldung im Fernsehen vor 13 Jahren und die Einführung des Solidarzuschlags. Eine weitere Auseinandersetzung mit Ostdeutschland - immerhin ca. ein Drittel der Bundesrepublik fand nicht statt, es sei denn, sie müssen sich auf Mallorca mit einem Sachsen um den Liegestuhl am Pool streiten. Besondere Härtefälle müssen sich heute vielleicht noch mit dem Grünen Pfeil, dem Ampelmännchen mit Hut oder Achim Mentzel auseinandersetzen. Das wars aber auch schon. Und Deine im Eröffnungsthread formulierten Fragen im 12. Jahr nach der Wiedervereinigung sprechen auch nicht gerade für wirkliches Interesse.
Aber genauso wie das Deutschland vor dem 2. Weltkrieg nicht das gleiche Deutschland wie nach dem 2. Weltkrieg war, ist das Deutschland vor der Wiedervereinigung nicht das Deutschland nach der Wiedervereinigung. Es sind 16 Millonen Menschen mit eigenen Biografien (Polytechnische Oberschule, Wehrdienst in der NVA, Datsche und Kaufhalle, Sportclubs mit Namen wie Stahl, Energie und Dynamo) hinzugekommen. Das erfordert auch von den Altbundesbürger ein bischen Umdenken (oder zumindest Toleranz Ungewohntem gegenüber). Die meisten haben das allerdings noch nicht begriffen. Und es ist eine typische deutsche Mentalität, dass alles was fremd ist, falsch und böse sein muss und deswegen abgeschafft gehört.
Wir rufen "Dynamo" um unseren Verein mit einem Schlachtruf, denn es schon ewig gibt anzufeuern und nicht, um damit jemanden zu provozieren. Was hat den Dynamo (oder auch die DDR) den meisten Altbundesbürgern denn angetan, dass sie sich davon provoziert fühlen müssen?
Campino
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Beitragvon Campino » So 10. Nov 2002, 01:29

Die Frage aber die ja grundsätzlich entsteht:

Warum wurde der alte Name Dynamo denn nicht beibehalten ?

Es gibt doch auch noch Dynamo Dresden oder Energie Cottbus ?

Grüße
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Beitragvon Komissarov » So 10. Nov 2002, 01:40

Es erschien 1992 wirtschaftlich sinnvoller, den Verein umzubennen, weil es keine Sponsoren (im Westen, im Osten gab es eih keine Firma, die auch nur eine Mark für solchen Schnickschnack übrig gehabt hätte) für Dynamo gab, weil diese vermutlich genau die Vorurteile hatten, wie von Dir geschildert.

Da der jetzige Besitzer dieses Clubs Amerikaner ist, sieht er die Dinge deutlich gelassener, als unser Ex-Präsident aus dem Westteil Berlins, der ungefähr Deine Argumentation benutzte.
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Beitragvon Eisbärenterror » So 10. Nov 2002, 09:54

Habe den Thread hier erst jetzt entdeckt!

Muss sagen, GROSSEN RESPEKT, was Heavy (und auch Marco) hier von sich geben.
Besser kann man es nicht erklären.

Ich glaube, es wird noch ewig dauern, bis alle Mauern und Vorurteile aus den Köpfen sind.

Den "Westdeutschen" wurde durch Schule und Medien erklärt, was drüben für Zustände sind (z.B. Essen ohne Messer und Gabel Bild )und umgekehrt war der Name BRD im Osten ein Begriff des Bösen!

Es bringt hier nichts ellenlang zu faseln und zu schreiben, wer sich nicht mit der Geschichte auseinandersetzen will, wird das auch nie tun!
Gott sei dank sind nicht alle Menschen auf beiden Seiten so. Wir würden uns ja nur noch die Köppe einschl...

Ich habe nie etwas mit Dynamo am Hut gehabt, im Gegenteil es war sportlich zu DDR-Zeiten mein Feindbild.
Doch es geht um Geschichte und Historie und da braucht sich niemand zu schämen!!
Ich jedenfalls nicht!!!
Campino
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Beitragvon Campino » So 10. Nov 2002, 17:04

Hi Heavy und Co. !
Ich möchte mich aber auch von Euch nicht in eine Ecke drängen lassen.
Es stimmt schon , dass man etwas bewerten kann, wenn man eigene Erfahrungen gemacht hat. Völlig OK was Ihr schreibt.
Und ich habe auch nur das weitergegeben, wie sehr viele andere Fangruppen diese Aktionen verstehen. Und hier haben wir eine Menge sachliche Diskussion gehabt wie ich meine.

Nun ist es für viele eben nicht einfach zu verstehen, dass ehemelige DDR-Fahnen wehen,denn dieses Regime war nun wirklich nicht das gelbe vom Ei und viele haben darunter gelitten, wobei man natürlich nicht die Defizite der heutigen Demokratie nicht aus den Augen verlieren sollte. Die gibt es sicherlich.

Es geht doch keinem darum den Besserwisser zu spielen oder irgendein Gefühl der Koloniarisierung rauzukehren. Nach zwölf Jahren ist vieles besser geworden, aber dazu gehört auch weiterhin für beide Seiten, aufeinander zuzugehen und sich nicht abzuschotten.

Ich bin jedenfalls durch diese Diskussion besser Informiert und konnte Vorurteile abbauen.

Grüße an @ll !
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Beitragvon TWB » So 10. Nov 2002, 18:01

Zitat:
Original erstellt von Campino:
Hi Heavy und Co. !
Ich möchte mich aber auch von Euch nicht in eine Ecke drängen lassen.

Ich denke es geht keinem der ernsthaft daran interessiert ist, die Diskussion mit dir zu führen, dich in irgend eine Ecke zu drängen. Meiner Meinung nach (und ich denke das ist auch die Meinung der Schreiber) geht es nur darum, dass das fehlende Verständnis über einige Dinge minimiert, vielleicht sogar abgebaut wird. Wichtig für mich ist, dass man sich nach solchen Diskussionen noch in die Augen schauen kann, ohne sich in verbalen Beleidigungen zu ergehen. Diese Diskussion hier wurde aus meiner Sicht betont sachlich geführt, und ich hoffe dass du nun mehr Verständnis für die Positionen, Gesänge und die Historie der Eisbären Fans hast, und vielleicht auch etwas davon an andere Düssis (z.B. 10_Valentine) weiter geben kannst!
In diesem Sinne einen schönen Sonntag
Weitermachen!
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Beitragvon jogibär » So 10. Nov 2002, 18:29

@TWB...immerhin hat sich 10_Valentine offiziell bei uns entschuldigt,und seine verbalen Ausrutscher entkräftet,gucke mal unter "hallo" nach.Was ihn allerdings dazu bewogen hat ist mir irgendwie ein Rätsel,also...Adlerauge sei wachsam ! Bild
Einer Versuchung sollte man stets nachgeben. Wer weiss, ob sie jemals wiederkommt (Oscar Wilde)
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Beitragvon IcePapa » Mo 11. Nov 2002, 00:10

@Campino
Ich stimme Heavy voll zu.
Zur Veranschaulichung:
Auch wenn viele Bürger der alten BRD denken, es sei mit der Vereinigung daß Heil nach Ostdeutschland gebracht worden, sollte man die Wiedervereinigung eher mit den Prozessen einer "feindlichen Übernahme" in der Wirtschaft vergleichen.
Das Bild paßt nach meinem Eindruck am besten. Alles erreichte in der übernommenen Firma ist nichts mehr wert, es gelten ausschließlich die Regeln und Philosopihie der neuen Mutter, für eine gute Perspektive ist die Abstammung aus dem "richtigen Teil" der neuen Firma sehr von Nutzen ...
Im Ergebnis muß aber auch anerkennen, daß die übernommene Firma offensichtlich was falsch gemacht hat, sonst hätte sie die Übernahme vermeiden.

Wie weit die meinungsbildende Macht der jetzigen Medien trotz postulierter Meinungsfreiheit geht, ist an der Festigkeit der Klischees im Westen der neuen Republik bzgl. der DDR zu sehen.
So verwendest Du die Formulierung "gelitten", die ich für mich und meine Bekannten als vollkommen falsch bezeichnen möchte. Umzufriedenheit und Leiden sind 2 vollkommen verschiedene Dinge.

Mal ein Beispiel zum Thema Ost-/West-Berlin außerhalb des Eishockey:
Wie verfährt das Land Berlin mit seinen Beamten?
Der aus dem Osten kommende Polizist oder Feuerwehrmann bekommt in den neu vereinigten Stadtbezirken (z.B. Mitte-Tiergarten) noch lange nicht das gleiche Gehalt, wie der Kollege aus dem Westen aufm gleichen Bock. Selbiges gilt für Verwaltungsbeamte, Lehrer ... .
Die Jüngeren, in der heutigen Zeit ausgebildeten, haben das Glück, fairerweise zum "Westtarif" übernommen zu werden.

Aus persönlicher Erfahrung - in der freien Wirtschaft ist das nicht viel anders. Auch beim Firmenwechsel ist selten jemand bereit, Dir ein "West"-Gehalt zu zahlen, denn kriegst ja auch so dann mehr als im alten Job.
Da das Gehalt bei Arbeitnehmern nun mal das Lebensniveau bestimmt, geht mir das Thema "Ost-West" irgendwie nicht aus dem Kopf, egal wie sehr ich es loswerden will.

@Mario - Stolz, aus dem Osten zu kommen:
Ich stimme Dir zu, keiner kann was dafür, wo er geboren wurde.
Man kann m.E. aber durchaus stolz auf das sein, was man selber, die eigenen Freunde, Kollegen, Vorfahren ... (lebten/leben oft in der selben Gegend) geschaffen haben, besonders wenn die Bedingungen nicht gerade förderlich, und das Erreichte damit schwer zu erreichen war.
In diesem Sinne bin ich stolz, ein Ossi zu sein.

Gruß
IcePapa

[ 10-11-2002, 23:18: Beitrag editiert von: IcePapa ]

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