Streik

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01Balu
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Beitragvon 01Balu » Mi 12. Mär 2008, 18:38

Zitat:
Original erstellt von Tatanka:
Zitat:
Original erstellt von 01Balu:
...Und auf Deine Frage zu antworten, welche Alternative sie haben! Sicherlich ne Menge, die nicht so wirkungsvoll sind, aber immerhin sind diese wirkungsvoller als die, die ca. 75% der Arbeitnehmer in Deutschland haben. Ja ich weiß, ich soll nicht so egoistisch sein, sondern mehr andere unterstützen! Bild
Sorry, aber diese Antwort ist aus meiner Sicht sehr unbefriedigend, da "sicherlich ne Menge" wohl kaum als eine konkrete Beantwortung meiner Frage anzusehen ist.
Benenne doch mal die Alternativen! Bei so ner Menge darfst du dir auch Zeit lassen und Platz ist hier ja genug. Bild
...

Man kann zum Beispiel nur Teilzeiten bestreiken, man kann die Geschäftsstelle in der Potsdamer Strasse "lahmlegen", man kann die Verkehrsdichte ausdünnen, vielleicht auch die Werkstätten bestreiken...!
bo Frank
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Beitragvon bo Frank » Mi 12. Mär 2008, 20:18

Zitat:
Original erstellt von bo Frank:
Zitat:
Original erstellt von Tatanka:
Schon mal daran gedacht, daß dieses Lohngefälle nicht von den BVGlern, sondern den Herren im Vorstand zur Senkung der Lohnkosten eingeführt wurde und jetzt als Werkzeug dazu benutzt wird, auch die Gehälter der "alten" zu drücken? Dahinter steckt immer die gleiche Strategie. Und so wird hier ganz langsam jeder mal im Lohn gedrückt. Oder wie kommt es, daß die Reallöhne in Deutschland in den letzten 10 Jahren deutlich gesunken sind, die Gewinne der Unternehmen aber deutlich gestiegen? Bild
Wo bitte liegt denn die Grenze des Einkommens, ab dem nach deinem Verständnis gestreikt werden darf?
Ich habe jetzt keine Zeit mehr, dir zu antworten ,werde es aber nachholen ! Bild

Wie ich schon sagte, es gibt keine Obergrenze des Einkommens für Arbeitskämpfe und es soll auch keine festgelegt werden!
Hier sind betriebswirtschaftliche Kriterien ausschlaggebend, wenn Lohn/Gehaltsforderungen dafür sorgen,das die Ausgaben höher sind als die Einnahmen ,dann würde die Durchsetzug dieser Forderungen ,unweigerlich das Aus für jedes normale Unternehmen bedeuten. Genau da liegt die Grenze für die Sinnhaftigkeit von Streiks bzw. Lohn/Gehaltsforderungen einer Gewerkschaft.
Offensichtlich scheint dies aber nicht auf öffentliche Unternehmen zuzutreffen ,es gibt ja schliesslich den Selbstbedienungsladen namens Subventionen ,da kann man ja diese Verluste locker ausgleichen.
Der( 2005 ?) zwischen Verdi und öffentlichem Arbeitgeber ausgehandelte Tarifvertrag , ging ja schon mal in die richtige Richtung ( Deckelung zu hoher Lohn/Gehaltskosten) .
Dem diente auch die damit verbundene Gründung der Tochtergesellschaft BT.
Wie der Alte Meister schon erwähnte ,haben diejenigen die zu BT gewechselt sind ,eine entprechend "fette Abfindung" bekommen.
Die Löhne/Gehäter der verbliebenen "Altfahrer" wurden nicht gedrückt,sondern eingefroren.
Zur Erinnerung:
Altfahrer durchschittlich 2900 EURO brutto
BT-Fahrer durchschnittlich 1900 Euro brutto
Ziel ist eine allmähliche Angleichung des Lohn/Gehaltsniveaus NEU / ALT .
Die Tarifverhandlungen sind bisher an der Verdiforderung 12%mehr Lohn/Gehalt auch für "Altfahrer" gescheitert.
Diese Forderungen will Verd jetzt ( masslos und bar jeder Vernunft), mittels unbefristetem Streik ,auf Gedeih und Verderb durchsetzen.
Genau deswegen handelt es sich eben nicht um einen normalen Streik! Bild

[ 12-03-2008, 19:19: Beitrag editiert von: bo Frank ]
WIR HAM NOCH LANGE NICH GENUG!
01Balu
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Beitragvon 01Balu » Mi 12. Mär 2008, 20:27

Gute Recherchen?! Bild Bild Bild
TWB
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Beitragvon TWB » Mi 12. Mär 2008, 20:34

Zitat:
Original erstellt von Saku:
Zitat:
Original erstellt von TWB:
... Ganz wie im Hause Springer so gearbeitet wird. ...
ganze Sendung im Stream

Nun, man sollte Nachsicht mit der B.Z. haben, ist so doch als 100%ige Tochter des ASV sozusagen die BT unter den dort erscheinenden Zeitungen. Da wird dann wahrscheinlich auch nicht so viel verdient wie bei den Altkollegen von BILD, Morgenpost und Welt. Deshalb ist es auch legitim, wenn man schon nicht streiken kann, sich den Frust als Schlechter verdienender von der Seele schreibt. Zumindest das hat uns ja die Geschichte der letzten acht Tage gelehrt, oder? Bild

Na dann hätte ich doch gerne das Gehalt des Chefreporters der BZ und ich werde mich nie wieder beschweren! Bild
Weitermachen!
Tatanka
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Beitragvon Tatanka » Mi 12. Mär 2008, 21:17

Zitat:
Original erstellt von bo Frank:
...Wie ich schon sagte, es gibt keine Obergrenze des Einkommens für Arbeitskämpfe und es soll auch keine festgelegt werden!
Hier sind betriebswirtschaftliche Kriterien ausschlaggebend, wenn Lohn/Gehaltsforderungen dafür sorgen,das die Ausgaben höher sind als die Einnahmen ,dann würde die Durchsetzug dieser Forderungen ,unweigerlich das Aus für jedes normale Unternehmen bedeuten. Genau da liegt die Grenze für die Sinnhaftigkeit von Streiks bzw. Lohn/Gehaltsforderungen einer Gewerkschaft.
Offensichtlich scheint dies aber nicht auf öffentliche Unternehmen zuzutreffen ,es gibt ja schliesslich den Selbstbedienungsladen namens Subventionen ,da kann man ja diese Verluste locker ausgleichen.
Der( 2005 ?) zwischen Verdi und öffentlichem Arbeitgeber ausgehandelte Tarifvertrag , ging ja schon mal in die richtige Richtung ( Deckelung zu hoher Lohn/Gehaltskosten) .
Dem diente auch die damit verbundene Gründung der Tochtergesellschaft BT.
Wie der Alte Meister schon erwähnte ,haben diejenigen die zu BT gewechselt sind ,eine entprechend "fette Abfindung" bekommen.
Die Löhne/Gehäter der verbliebenen "Altfahrer" wurden nicht gedrückt,sondern eingefroren.
Zur Erinnerung:
Altfahrer durchschittlich 2900 EURO brutto
BT-Fahrer durchschnittlich 1900 Euro brutto
Ziel ist eine allmähliche Angleichung des Lohn/Gehaltsniveaus NEU / ALT .
Die Tarifverhandlungen sind bisher an der Verdiforderung 12%mehr Lohn/Gehalt auch für "Altfahrer" gescheitert.
Diese Forderungen will Verd jetzt ( masslos und bar jeder Vernunft), mittels unbefristetem Streik ,auf Gedeih und Verderb durchsetzen.
Genau deswegen handelt es sich eben nicht um einen normalen Streik! Bild

Also, du drehst dich mit deinen Argumenten im Kreis. All das von dir Vorgebrachte wurde schon ein paar Seiten früher mit dem Hinweis auf die Subventionen in der Landwirtschaft und dem Steinkohlebergbau wiederlegt.
Wenn du von Angleichung redest, dann meinst du natürlich die Angleichung nach unten, denn darauf läuft es hinaus. Bild
Und was bitte verstehst du unter einem "normalen" Streik? Bild Gibt es da Höchstgrenzen, wieviel man fordern darf?
Tatanka
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Beitragvon Tatanka » Mi 12. Mär 2008, 21:24

Zitat:
Original erstellt von 01Balu:
Zitat:
Original erstellt von Tatanka:
Zitat:
Original erstellt von 01Balu:
...Und auf Deine Frage zu antworten, welche Alternative sie haben! Sicherlich ne Menge, die nicht so wirkungsvoll sind, aber immerhin sind diese wirkungsvoller als die, die ca. 75% der Arbeitnehmer in Deutschland haben. Ja ich weiß, ich soll nicht so egoistisch sein, sondern mehr andere unterstützen! Bild
Sorry, aber diese Antwort ist aus meiner Sicht sehr unbefriedigend, da "sicherlich ne Menge" wohl kaum als eine konkrete Beantwortung meiner Frage anzusehen ist.
Benenne doch mal die Alternativen! Bei so ner Menge darfst du dir auch Zeit lassen und Platz ist hier ja genug. Bild
...

Man kann zum Beispiel nur Teilzeiten bestreiken, man kann die Geschäftsstelle in der Potsdamer Strasse "lahmlegen", man kann die Verkehrsdichte ausdünnen, vielleicht auch die Werkstätten bestreiken...!

Ziemlich beeindruckend! Bei solchen knallharten Maßnahmen dürfte sich ein Streik über Monate hinziehen. Dann stehst du halt an der Haltestelle und weißt nicht, ob der Bus kommt und wann, oder ob der zufällig defekt ist und nicht repariert werden kann, weil die Werkstatt heute mal bestreikt wird. Aber morgen wird er repariert, nur streikt da der Busfahrer. Das nenne ich doch mal Planungssicherheit! Sowas begeistert die Fahrgäste bestimmt viel mehr.
Wenn das deine Vorstellungen von Arbeitskampf zur Durchsetzung von Lohnforderungen sind, staune ich, daß du auf deiner Arbeit überhaupt noch entlohnt wirst. Oder mußt du auch schon Geld mitbringen? Bild
Kleiner Elch
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Beitragvon Kleiner Elch » Mi 12. Mär 2008, 21:30

Zitat:
Original erstellt von bo Frank:
Offensichtlich scheint dies aber nicht auf öffentliche Unternehmen zuzutreffen ,es gibt ja schliesslich den Selbstbedienungsladen namens Subventionen ,da kann man ja diese Verluste locker ausgleichen.
nachdem neuen verkehrsvertrag zwischen dem land berlin und der bvg (bis 2020) gibt es jährlich festgeschriebene 250 millionen (unabhängig vom betriebsergebnis), davon 75 millionen für erbrachte verkehrsleistungen, welche momentan ja nicht gezahlt werden müssen, sowie 175 millionen für die infrastruktur. bin jetzt zu faul zum rechnen, aber deutlich unter 100A pro berliner nase und jahr finde ich als bezuschussung der öffentlichen hand für den öffentlichen nahverkehr schon in ordnung. bei einer privatisierung würde also vor allem im infrastruktur-bereich gespart werden. wer ein schlechtes beispiel braucht, kann sich ja mal mit der bahnprivatisierung in großbritannien beschäftigen. Bild

zum streik:
Zitat:
Original erstellt von bo Frank:
Die Tarifverhandlungen sind bisher an der Verdiforderung 12%mehr Lohn/Gehalt auch für "Altfahrer" gescheitert.
meines wissens ist die rede von bis zu 12%, also dürfte es schon unterschiede zwischen "alt" und "neu" geben ... Bild

@tatanka
du weist doch, wir ALLE müssen den gürtel enger schnallen, damit der aufschwung kommt. Bild das muss nur lange genug gepredigt werden, dann wird dieser bullshit auch im wahrsten sinne des wortes für bare münze genommen.
Tatanka
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Beitragvon Tatanka » Mi 12. Mär 2008, 21:32

Zitat:
Original erstellt von 01Balu:
Zitat:
Original erstellt von Tatanka:
Zitat:
Original erstellt von 01Balu:
...Es gibt viele Firmen (Selbstständige haben ja viele nur nen 8-Klassen-Abschluss wie ich hier lesen durfte!) die mittelbar durch den Streik mehr oder weniger Verluste einfahren. Aus ökonomischen Gründen (wie du verstehen wirst) sind diese Firmen in der Zwangslage, diese Verluste durch z.Bsp. Preiserhöhungen wieder einzufahren! Ich hätte als Beispiel auch das kleine Solarium nehmen können! Und diese Kosten werden auf die Kunden umgelegt...
Dann protestierst du sicher auch schon seit Jahren, daß die Verluste durch "Langfinger" und die daraus resultierenden kostenintensiven Sicherheitsmaßnahmen der großen Kaufhausketten ebenfalls auf die Kunden umgelegt werden. Bild
....

Wie war das mit dem verdrehen und den äpfel und den Birnen!
Bild Das eine sind vermeidbare Schäden und das andere sind leider unvermeidbare Schäden (so nennen wir es mal!) - vergleichbar mit dem scratching bzw. Grafitti an den beweglichen Gütern der öfftl. Verkehrsmittel!

So, vergleiche ich äpfel mit Birnen? Warum sollte das "kleine Solarium" seine Preise erhöhen? Die leben von der Kundschaft in direkter Umgebung (oder fährst du zum "Bräunen" nach Spandau?). Und da die ja alle nicht zur Arbeit kommen, haben sie Zeit sich viel mehr unter die Röhren zu legen. Dort wird also Gewinn gemacht. Dann müßten sie natürlich die Preise senken. Bild
Hier siehst du mal, wie durchdacht deine Argumente sind.
Auch Pelz-Lösche am Kudamm wird keine Verluste machen, denn deren Kundschaft kommt mit dem Auto. Also wen genau meinst du? Bild
01Balu
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Beitragvon 01Balu » Mi 12. Mär 2008, 22:08

Zitat:
Original erstellt von Tatanka:
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Original erstellt von Tatanka:
Zitat:
Original erstellt von 01Balu:
...Und auf Deine Frage zu antworten, welche Alternative sie haben! Sicherlich ne Menge, die nicht so wirkungsvoll sind, aber immerhin sind diese wirkungsvoller als die, die ca. 75% der Arbeitnehmer in Deutschland haben. Ja ich weiß, ich soll nicht so egoistisch sein, sondern mehr andere unterstützen! Bild
Sorry, aber diese Antwort ist aus meiner Sicht sehr unbefriedigend, da "sicherlich ne Menge" wohl kaum als eine konkrete Beantwortung meiner Frage anzusehen ist.
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Man kann zum Beispiel nur Teilzeiten bestreiken, man kann die Geschäftsstelle in der Potsdamer Strasse "lahmlegen", man kann die Verkehrsdichte ausdünnen, vielleicht auch die Werkstätten bestreiken...!

Ziemlich beeindruckend! Bei solchen knallharten Maßnahmen dürfte sich ein Streik über Monate hinziehen. Dann stehst du halt an der Haltestelle und weißt nicht, ob der Bus kommt und wann, oder ob der zufällig defekt ist und nicht repariert werden kann, weil die Werkstatt heute mal bestreikt wird. Aber morgen wird er repariert, nur streikt da der Busfahrer. Das nenne ich doch mal Planungssicherheit! Sowas begeistert die Fahrgäste bestimmt viel mehr.
Wenn das deine Vorstellungen von Arbeitskampf zur Durchsetzung von Lohnforderungen sind, staune ich, daß du auf deiner Arbeit überhaupt noch entlohnt wirst. Oder mußt du auch schon Geld mitbringen? Bild

Deine Argumentation kann ich diesesmal ehrlich noch nichtmal ansatzweise nachvollziehen! Bild Bild
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Beitragvon lars fortier » Mi 12. Mär 2008, 22:15

@balu: kann ich nicht nachvollziehen, dass du das nicht nachvollziehen kannst...

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