allgemein

marco
Beiträge: 6866
Registriert: Di 5. Okt 1999, 01:00
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

allgemein

Beitragvon marco » Di 28. Dez 1999, 02:21

Bislang war ich nur stiller Leser und Beobachter dieser Seiten, kann es nach den letzten Wochen jedoch nicht mehr bleiben. Ich weiß zwar, daß meine wenigen Zeilen nicht viel ausrichten, da sie von den entscheidenden Leuten nicht gelesen oder überlesen werden. Trotzdem möchte ich hier Dinge loswerden, die sich bei mir über mehrere Jahre angestaut haben. In den vergangenen Wochen und Monaten konnte wohl jeder, der mit offenen Augen unserer Mannschaft beim Geldverdienen zusah, erkennen, daß es wohl eine fatale Fehlentwicklung seit Anfang März gegeben hat, deren Abwärtstrend noch nicht am Ende scheint. Es ist traurig, mit ansehen zu müssen, wie eine Mannschaft sich selbst und auch das Trainergespann demontiert. Durch Disziplinlosigkeit sind der Mannschaft etliche Punkte entgangen,da man halt durch Prügeleien und sinnlose Strafzeiten (Cowie, Chitaroni, Pyka u.a.) keine Spiele gegen Spitzenmannschaften gewinnt. Auch ist wohl für jeden Blinden zu erkennen, daß momentan null System innerhalb des Spiels vorhanden ist. Fragt sich nur, woran dies wohl liegen mag, an der Einfallslosigkeit der Trainer, am Unvermögen der entscheidenden Spielerpersönlichkeiten oder an der Sättigung (in welcher Hinsicht auch immer!) der einzelnen "Profis"! Es gab mal Leute im Team, die vorgelebt haben, worauf es beim "Profisein" ankommt. Leider waren diese erst vor kurzem äußerst ehrenvoll wegdelegiert oder in Rente geschickt worden. Echte Führungsspieler hat dieser Verein im Moment nicht. Zwar bitter, ist aber wohl so. Es ist nirgends durchdachtes Aufbauspiel zu sehen, niemand ist in der Lage, Ruhe in die Mannschaft und damit ins Spiel zu bringen. Vereinzelte gute Aktionen hake ich mittlerweile unter Zufall ("er hätte auch woanders stehen können") oder Einzelaktionen ("jo mei, der is mia halt ausgrutscht...") ab. Auch ist seit Wochen ein erheblicher Mangel an Engagement (au wei, war dös jetzt richtig?) zu erkennen. Deutlich wird dies dadurch, daß gegenerische Mannschaften auf der Bank besser mitarbeiten. Da werden weniger Wechselfehler gemacht, Mitspieler werden angefeuert, beim Penalty-Schießen steht die gesamte Mannschaft und fiebert mit Schütze oder Torwart mit. Im Spiel gegen Ambri konnte einem Udo schon echt leid tun (obwohl ich wahrlich nicht sein Fan bin), als er (fast) sämtliche Penalties wegfuhr und auf der Bank praktisch Däumchen gedreht wurde oder die neuesten Aktienstände die runde machten. Wie kann es sein, daß die Mannschaft nach grottenschlechtem Spiel gegen Zwolen auch noch eine Ehrenrunde fährt? Sind sich einige nicht bewußt, daß sie momentan völlig überbezahlt sind? Was erlaubt sich ein Mr. Cowie nach hirnloser Aktion, im Derby auf der Bank den Trainer zu miemen? Warum wird diese Nachtjacke nicht weggejagt? Ist niemand im Verein, der ein Machtwort sprechen kann? Muß man sich derart auf der Nase herumtanzen lassen? Womit ich auch schon nach wenigen Zeilen bei der Vereinsführung angelangt bin. Es war ja schon immer ein Markenzeichen des Vereins, halbherzig geführt zu werden. Woran dies liegt, darüber erlaube ich mir kein Urteil, da ich die Strukturen in der Vereinsführung zu wenig kenne. Fakt ist jedoch, daß der Verein nach dem wichtigen und richtigen Schnitt 1996 nur kurzzeitig weiter nach oben bewegt werden konnte, danach jedoch kontinuierlich abgewirtschaftet wurde, sowohl sportlich als auch wirtschaftlich. Inwieweit eine derartig aufgeblähte VIP-Lounge nötig ist, vermag ich nicht zu sagen, andere Vereine kommen mit bedeutend weniger aus und werden Meister oder schaffen das gleiche wie wir mit bedeutend geringerem Aufwand. Auch fällt es eher selteneren Zuschauern wie meiner Verwandtschaft beispielsweise beim betreten der Halle sofort auf, daß hier kräftig bei den Fans abgepumpt wird, während andere mit Schals und Mützen bombardiert werden, obwohl sie kaum Interesse für den Verein haben (a la Gäste von Berlin-Chemie in Block C). Zu den Kaspertrikots komme ich noch. Auch sollte jeder im Verein und in seiner Führungsriege solangsam einmal begreifen, daß wir weder das beste "Publikum der Liga" (Hüpf-Uwe) noch der bestverdienende Anhang in Deutschland sind. Jedes Jahr zwei neue Trikots sind ja durchaus üblich, nicht jedoch jede Saison neue Farben (wann kommt eigentlich rosa?). Es ist traurig mitanzusehen, wenn die Haie oder ander zu uns in die Halle kommen und in lediglich zwei absolut dominierenden Farben auftreten, wir aber in Frankfurt oder Köln doch eher wie ein Kasperhaufen aussehen (rot, schwarz, blau, weiß, gelb, orange, grün, violett, ähh... plus Bomberjacken).

Zu uns Fans kann ich momentan nur sagen: Es kann nur wieder aufwärts gehen. Die Leistung der Mannschaft scheint auch extrem auf uns (mich eingeschlossen) abzufärben. So tot wie im am 21.12. waren wir wohl schon lange nicht mehr. gab es vor nicht allzulanger Zeit irgendwann bei einem verlorenen Spiel (und das waren einige...) den Punkt, ab dem man sich selbst oder wenigstens den Busfahrer gefeiert hat, ergeben wir uns neuerdings in unser Schiksal und schimpfen auf Mannschaft und Trainer (oder beide!). Kann sich noch jemand an das legendäre 2:9 gegen Düsseldorf in eigener Halle erinnern? Oder das knappe 3:12 bei Hedos? Damals taten wir noch allen kund, daß uns niemand dreistellig schlägt. Lieber mit 300 Unerschütterlichen in die Jaffestraße als mit 3000 Mode-Schönwetter-Tennis-Schlafmützen. Übrigens, wem die gelben Pro-Markt-Tüten nicht wehgetan haben (Gratulation an die Preussen!), der sollte lieber zum Eiskunstlauf wechseln. Vor zwei,drei Jahren noch hätten wir diese Idee gehabt! Traurig!

Lachi
Beiträge: 49
Registriert: Mi 15. Dez 1999, 01:00
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

allgemein

Beitragvon Lachi » Di 28. Dez 1999, 12:52

Respekt, Respekt!
So langsam treten die Mutigen auf den Plan. Vielleicht sollte auch der Lenz mal ins Net schauen und ganz genau über diese Zeilen nachdenken. Alle anderen selbstverständlich auch.
Lachi
yes
Haribo
Beiträge: 53
Registriert: Fr 17. Dez 1999, 01:00
Wohnort: 13057 Berlin
Kontaktdaten:

allgemein

Beitragvon Haribo » Di 28. Dez 1999, 17:23

hi marco "gratulation"
endlich mal einer der sagt was die hälfte aller leute denkt!

naja vieleicht nehmen sich die verantwortlichen des ehc die "bären" aus neuwied zum vorbild (dort werden in wenigen wochen die lichter -aus- gemacht)

ich verstehe nicht warum es bei den eisbären

keinen gibt der mal richtig auf den tisch haut

was im augenblick an leistung dem zahlenden

fan geboten wird ist zum heulen

es ist dem ehc warscheinlich noch nicht bewußt-keine leistung,viel weniger fans

-keine leistung,keine sponsoren!!!

alles weitere kann sich ja jeder selber ausmalen,dann sind wir wieder da wo wir schon mal vor jahren waren.

no
Eastside
Beiträge: 144
Registriert: Di 30. Nov 1999, 01:00
Wohnort: berlin
Kontaktdaten:

allgemein

Beitragvon Eastside » Di 28. Dez 1999, 18:13

Tja ich kann da nur auf meinen Beitrag "Ein Blick zurück..." verweisen und zum Capsspiel habe ich nach dem Derby unter ehcdynamo.de geschrieben, daß mir 500 lieber sind, weil sie lauter sind als 2500-3000("Viel zu viele..."). Zu den Trickots haben wir ähnliches zu Saisonbeginn in diesem Forum geschrieben und anderem auch das Zitat von L. Funk sen. zum Thema weinrote Trickots.

Wir Interdynamos haben jetzt unsere eigenen Trickots in den Vereinsfarben blau-weiß-rot, weil wir eben nicht wie ein bunter Kasperhaufen ohne Wiedererkennuns- oder Identitätswert rumlaufen wollten.

So long, eastside.
P.S.: Please Pete. Stop dump and chase!!!
kiwi
Beiträge: 6
Registriert: Mi 8. Sep 1999, 01:00
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

allgemein

Beitragvon kiwi » Di 28. Dez 1999, 23:55

Hi Marco!

Aus meiner Sicht habe ich Deinen Ausführungen nichts hinzuzufügen. Die letzten fünf Spiele, bei denen ich Zuschauer war, wurden nicht gewonnen, gegen Ambri gabs - immerhin - ein 2:2. Ich befürchte nun, es könnte an mir liegen. Bezeichnend für die fehlende Harmonie im Team war m.E. das Spiel gegen München. Gespräche zwischen den Bullies auf dem Eis gab es ganz selten. Anders die Münchner: Ständige Absprachen, hervorragende Organisation, richtig abgezockt beim 2:3. So wie die Bären spielten, verhielten sie sich auch untereinander: viele arbeiteten für sich selbst. ärmlich und durchschaubar sind (meist) die Versuche, in eine Power-Play-Formation zu kommen oder die neutrale Zone zu überqueren. Zur Krönung musste dann Bullard sich noch mit Wheeldon hauen - der Spielstand ließ dies ja zu (aber muss ich mir eine solche Aktion bieten lassen?).

Heute im Spiel Ambri-Zvolen standen im 3.Drittel ein paar Spieler an der Bande: Ich kann nur hoffen, sie haben sich von den Lebeaus, Gardner, Rohlin usw. ein paar Sachen abgeschaut, da waren feine Pässe und Kombinationen dabei, bei denen sich "Eisen" oder Goofy wohl die Knoten in die Arme gespielt hätten. Die bestätigt i.ü. meine These, dass in der Schweiz gegenüber der DEL die besseren Ausländer spielen. A propos Kanadier: Ein gewisser McKim, der für die Bären zu schlecht war, hat für Kloten in 30 Spielen 31 Punkte gesammelt - Top-Scorer.
Zu uns Fans: Es wird zu viel Energie verschwendet, die Preussen zu "hassen". Nach dem Spiel gegen Ambri feixten ein paar Fans in der Straßenbahn über die Niederlage der Caps in Kassel. Ich mag die Caps zwar auch nicht besonders, nach dem peinlichen Auftritt der Mannschaft und der Fans (Sprüche wie: "Schlagt den Preussen die ..." bedürfen keiner Kommentierung, ebensowenig das unaufhörliche Werfen von Gegenständen) von letztem Dienstag darf man ruhig ein wenig leiser sein. Im übrigen gehört es für mich zu den essentialia negotii der zivilisierten Gesellschaft, dass eine gute sportliche Leistung des Gegners -wie der Caps, der Barons usw., respektiert wird. Wie Unterstützung für das Team funktioniert, haben die Schweizer die letzten drei Tage gezeigt. Ein einfaches "lala" zu einem bekannten Pop-Song oder amerikanischen Gospel macht mehr Stimmung als das (manchmal) stumpfsinnige Dynamo-Gegröle bei zweifelhaften Schiedsrichter Entscheidungen. Die Beleidigungen von Schiedsrichtern könnte man sich auch hin und wieder sparen.
So langsam werde ich das Gefühl nicht los, es wäre gar nicht schlecht, wenn die Bären nur 9. würden. Aber, vielleicht findet ja irgendjemand den Schalter, den es umzulegen gilt. Denn auch im letzten Jahr legten die Bärchen recht spät los, dafür aber mächtig. Allerdings nicht mehr in diesem Jahr.
Allen Fans des Eishockeys einen guten Rutsch ins Jahr 2000.
Gruß



Kiwi
yes

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste