Presse vom 22.November 2000

Scotland
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Presse vom 22.November 2000

Beitragvon Scotland » Mi 22. Nov 2000, 21:35

Quelle : Eishockey-News (Ausgabe 47 vom 22.November 2000)
Die Eisbären singen immer das gleiche Lied

Mangelnde Kondition: Gleich zweimal einen deutlichen Vorsprung verspielt
[i]BERLIN.[/i] Über die DEL-Spiele der Berliner Eisbären könnten eigentlich jeden Montag die gleichen Betrachtungen stehen. Fast jedes Wochenende wird das gleiche Lied gesungen. Die Eisbären wirbeln zwei Drittel wie ein DEL-Spitzenteam, hauen den Gegnern die Scheiben gekonnt in die Maschen und brechen dann im Schlussgang immer wieder ein. Das war so im Oktober unter Glen Williamson und setzte sich nun mit mageren zwei Punkten aus zwei Spielen unter Uli Egen fort. Die Abwehr der Eisbären sieht immer im letzten Drittel noch löchriger aus als ein Schweizer Käse. Am Freitag schenkte man nach einer 5:1-Führung Ortsnachbar Capitals noch einen Punkt. Am Sonntag schienen die Berliner sogar Meister München mit 2:0 sicher im Sack zu haben. Doch in nur fünf Minuten verwandelten die Barons einen 0:2 Rückstand in eine 4:2-Führung. Die Eisbären bleiben damit die Loser unserer höchsten Spielklasse. Natürlich zaubern die Eisbären ein paar sogar zu akzeptierende Entschuldigungen aus der Tüte. Uli Egen: "Wir mussten gegen die Caps im letzten Drittel wegen der Verletzung Laperriers mit nur vier Verteidigern auskommen." Zudem wurde beim 5:5 Pyka auf dem Eis festgehalten. Pech für die Hohenschönhauser - der Pfiff von Schiri Schütz blieb aus. Einwände, die an der Tendenz nichts ändern. Bei den Eisbären steht mit Nationaltorhüter Klaus Merk ein Riesen-Typ in der Kiste. Er verhinderte am Wochenende noch schmerzlichere Schlappen. Das große Manko der Eisbären ist und bleibt die mangelnde Fitness. Unweit des Wellblech-Palastes von Berlin-Hohenschönhausen liegt malerisch von einer Joggingstrecke eingekreist der Faule See, um den sollten die Eisbären fleißig traben, wenn sie endlich ein Spiel 60 Minuten durchstehen wollen. Kondition baut sich indes nicht über Nacht auf. Das weiß auch Uli Egen, deshalb bleibt er vorsichtig: "In drei bis vier Wochen will ich die Mannschaft topfit haben." Womit er den EHC-Bossen den indirekten Hinweis gegeben hat, dass der Trainerwechsel zu lange hinausgezögert wurde.
Der Beste: Am vergangenen Samstag feierte Sven Felski seinen 26. Geburtstag. Der Ur-Berliner hat nun das beste Eishockey-Alter erreicht. Bei seinen Aktionen ist das nicht zu übersehen. Der Junge hat Spielübersicht. Die meisten seiner Pässe sind vom Feinsten, bringen für den Gegner immer Gefahr. Zudem erzielt er neuerdings auch wieder schöne Tore. Nur der Sturm mit Govedaris, Fortier und Felski hielt am Wochenende beim EHC bis zur Schlusssirene das Tempo durch.
Das Sorgenkind: Peter Hammarström ist wirklich ein Pechvogel. Da wird er als exzellenter Techniker in den vergangenen Wochen vom bisherigen EHC-Trainer Williamson kaltgestellt, dann darf er bei Uli Egen endlich wieder ran. Und was passiert. Gleich bei seinem ersten Einsatz drischt ihm ein "Preusse" so unglücklich auf die Finger der linken Hand, dass eine Fingerkuppe völlig zertrümmert ist. Nähen, schienen, zwei Wochen Pause.
Der Ausblick: Fleißiges Konditionstraining am Dienstag und voller Einsatz am kommenden Wochenende, denn Trainer Uli Egen hat fünf Wochen vor Heiligabend offensichtlich seinen Glauben an den Weihnachtsmann wiedergefunden, wenn er entschlossen sagt: "Wir schaffen die Play-offs noch."
Am Rande der Bande: Die Eisbären erhielten vorige Woche einen Brief folgenden Inhalts: "Sehr geehrter Herr Lee, mein Sohn ist seit Jahren ein Eisbären-Fan, hat bis Oktober jedes Spiel seiner Eisbären gesehen. Nun ist er unheilbar an Krebs erkrankt und hat wohl nicht mehr lange zu leben.... Daher meine Bitte , können Sie den letzten Wunsch meines Sohnes erfüllen, ihm ein Trikot der Eisbären mit allen Unterschriften der Spieler zukommen zulassen. Sie würden ihm einen Traum erfüllen." Der Wunsch wird erfüllt und Torwart Alexander Jung übergibt das Trikot persönlich.
[i]Manfred Hönel[/i]
Die neuen Gesichter der DEL. Heute : Alexander Jung (Eisbären Berlin)

Wenn Alexander Jung tanzt, jubeln die Eisbären-Fans. Leider tanzt der gebürtige Bayer bisher ziemlich selten, "Denn", so sagt er und verkündet, "ich habe ein Prinzip. Getanzt wird nur bei einem Heimsieg mit mir im Tor."

Heimsiege gab es bei den Eisbären bisher leider selten zu bejubeln. Dazu ist Nationaltorwart Klaus Merk nach wie vor die Nummer 1 im Kasten der Berliner. Im Derby gegen die Caps unterstrich er das deutlich. Den gebürtigen Füssener Jung störts nicht: "Ich bin erst 22 Jahre. Hinter Klaus Merk der zweite Torwart bei den Eisbären zu sein ist keine schlechte Position. Ich habe bis jetzt schon mehr Spiele halten können, als ich mir das am Anfang der Saison erträumt hatte." Keeper Alexander Jung rutschte also eher in die DEL, als er das gedacht hatte. VorJahresfrist stand er noch bei den Erdinger Jets in der Oberliga Süd in der Kiste. "Zum ersten Mal schöpfte ich vor knapp einem Jahr Hoffnungen, auch als deutscher Spieler einen Platz in der DEL zu ergattern. Damals kam der frühere Eisbären-Manager Lorenz Funk mit meinem Mananger Stefan Metz nach Erding. Sie fragten mich, ob ich an den Eisbären Interesse hätte. Natürlich hatte ich." Aber so schnell schießen die Preußen nicht. Im Februar tauchte Funk noch einmal in Erding auf. Es schien alles klar. "Ich unterschrieb dann später beim neuen EHC-Manager Peter John Lee als zweiter EHC-Torwart hinter Jaroslav Kames. Im Mai hieß es dann plötzlich. Merk kommt zum EHC", sagt Jung und gibt zu: "Den dritten Torwart wollte ich nicht machen. Lieber in einer unteren Liga spielen, als ganz oben unter der Wolldecke sitzen." Also knüpfte Jung Kontakt zu seinem Ex-Trainer Peter Kathan und bereitete sich auf eine Saison in Riessersee vor.

Nicht der Traum-Job als Eishockey-Torwart für den Studenten Jung, aber auch nicht ganz so schlecht, wie Alex betont: "Ich studiere an der TU München Bauwesen. Schon von Erding bin ich nach München zur Uni gefahren. Garmisch ist zwar ein bisschen weiter, aber es geht auch noch." Durch den plötzlich Rückzug des Tschechen Kames, musste Alex in Berlin ran. Und was wird aus dem Studium? "Ich hoffe, ein guter Abschluss. Zum Glück bin ich bereits im fünften Semester und habe das Grundstudium hinter mir. Ich fliege alle 14 Tage nach München zu Prüfungen, Testaten und Übungen. Den Rest kann ich in Berlin erledigen."

Natürlich hat Alex einen Studienplatz-Wechsel von München nach Berlin schon einmal angepeilt. Im deutschen Eishockey ändern sich die Dinge aber derart schnell, dass Torwart Jung vorsichtig bleibt: "Mal sehen, wie sich die Dinge entwickeln. Ich weiß nur eins: Im nächsten Jahr spielen mein Bruder Florian und ich in der gleichen Mannschaft-egal wo."

Die Fans bestürmen Alex. Er soll in Hohenschönhausen bleiben. Kein Problem für den lockeren Burschen mit den ehrlich offenen Augen: "Ich wohne in Hohenschönhausen in der Platte. Mich störts nicht. Als zukünftiger Diplomingenieur sehe ich gleich in der Praxis, was man aus einem solchen Plattenbau machen kann." Und ehe der talentierte Torwart einmal das Füssener Baugeschäft seines Vaters übernehmen muss, vergehen noch ein paar Jährchen. Bis dahin hat ihn vielleicht eine Berlinerin an der Angel, die allerdings muss zwei Bedingungen erfüllen. Ihr Herz sollte für Alex und für das Eishockey gleichermaßen schlagen und wie der Torwart sollte sie an die Kraft Gottes glauben. Alex trägt immer ein kleines Kreuz bei sich.
[i]Manfred Hönel[/i]
Uli Egen: Neuer Trainer, aber Sorgen bleiben

Die Fans der Berliner Eisbären atmen auf. Der ungeliebte Trainer Glen Williamson wurde gefeuert. Aber wahrscheinlich zog Eisbären-Besitzer Philip Anschutz in Denver/Colorado zu spät die Notbremse. Ein Play-Off-Platz scheint schon in recht weiter Ferne gerückt. Auf den heißen Stuhl im Wellblechpalast setzte sich der Allgäuer Uli Egen.

Innerhalb der vergangenen neun Jahre ist er der 20.Coach an der Eisbären-Bande. Warlich rekordverdächtig. Ob Egen lange durchhält, bleibt abzuwarten, denn die alten Sorgen bleiben. Die Eisbären spielen 30 Minuten Spitzen-Eishockey, um dann jedes mal einzubrechen. Das zeigte sich am Freitag im Derby gegen die Caps ebenso wie am Sonntag in München. Darum weiß auch Egen und, weil er das Leben kennt, bricht er trotz des neuen lukrativen Jobs nicht alle Brücken hinter sich ab: "Ich habe einen Vertrag für die Eisbären Juniors. Mit diesem einen Vertrag werde jetzt, so gut ich kann, das DEL-Team und die Juniors mit Unterstützung meiner Kollegen Hartmut Nickel und Harald Kuhnke trainieren. So lange mich die Vereinsleitung haben will, werde ich versuchen, das Beste aus der Mannschaft herauszuholen." Das hört sich nicht nach sonderlich langer Planung an. Eine Vorsicht, die der einstige Nationalspieler sicher auch aus dem Schicksal seines Vorgängers ableitet. Der nämlich glaubte noch vor Wochenfrist an eine langfristige Einbindung beim EHC, hat seine Familie nach Berlin geholt. Seit Freitag früh um 8 Uhr ist alles anders. Da nämlich klingelte Eisbären-Manager Peter John Lee bei seinem Noch-Trainer in der Berliner Landsberger Allee und teilte ihm mit, dass er geschasst ist Williamson hätte diese Nachricht allerdings auch aus dem radio erfahren können, denn zwölf Stunden bevor dem Trainer seine Entlassung mitgeteilt wurde, wussten die immer hellhörigen Kollegen der Berliner BILD-Sportredaktion längst Bescheid. Zum ärger der Konkurrenz - versteht sich. EHC-Sprecher Moritz Hillebrand entschuldigte sich denn auch bei den übrigen Journalisten für die angebliche Indiskretion in der Eisbären-Chefetage. So gräbt eben auch unterm Eis mancher Maulwurf.
[i]Manfred Hönel[/i]


bis demnäXt und liebe Grüße vom Exil-Eisbären Bild ,

bernd
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[Diese Nachricht wurde von Scotland am 22-11-2000 editiert.]
"Schließe einmal beim Eishockey die Augen und versuche, von der Lärmkulisse auf das zu schließen, was gerade auf dem Eis passiert..."

bis demnäXt,
bernd

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Beitragvon dynamoboys » Mi 22. Nov 2000, 21:47

4 Tore in 5min in München???

Ist ja was ganz neues...
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Beitragvon Meister Lampe » Mi 22. Nov 2000, 22:10

Die Presse lügt!!! Bild Bild Bild Bild Bild Bild
Kimi#13
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Beitragvon Kimi#13 » Do 23. Nov 2000, 10:16

23.11......

"Selten habe ich im Training so geschuftet,"

stöhnt Ex-NHL-Star Alex Hicks,"aber wir wollen die Play Off`s packen,und das geht nur wenn wir von der 1. bis zur letzten Minute topfit sind".

Späte Einsicht,wenn alle so denken und schuften würden......?!

Der Wille ist da,die Hoffnung bleibt...
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Beitragvon Robert P » Do 23. Nov 2000, 16:41

Olli, Du hast vollkommen recht!
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Beitragvon dynamoboys » Do 23. Nov 2000, 20:58

Daran habe ich auch gedacht, und gerade nun verlieren sie am Stück und enttäuschen damit (vielleicht) den Jungen. Kann man denn da nichts mehr machen, also dem Jungen helfen, meine ich? Vielleicht wäre da eine kleine Aktion für den Jungen nicht schlecht! Zum Beispiel den Jungen aufs Eis zu lassen -vorm Spiel-, oder vielleicht was anderes? Wäre schön, wenn ihr eure Meinung dazu äussern würdet!
[Diese Nachricht wurde von dynamoboys am 23-11-2000 editiert.]
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Beitragvon Kimi#13 » Do 23. Nov 2000, 23:23

Coole Idee,kann für den EHC organisatorisch ja kein Problem sein.

Ist auch schon ne tolle Sache,daß das Trikot persönlich übergeben wird....vielleicht sollte man das vor einem Spiel auf dem Eis tun.......
Spirit
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Beitragvon Spirit » Do 23. Nov 2000, 23:43

Würde ich auch vorschlagen!!!!!!!! Bild

Würde dem Jungen bestimmt gefallen.
ICEOLLI
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Beitragvon ICEOLLI » Fr 24. Nov 2000, 01:15

quote:Original erstellt von Scotland:

[b]Am Rande der Bande: Die Eisbären erhielten vorige Woche einen Brief folgenden Inhalts: "Sehr geehrter Herr Lee, mein Sohn ist seit Jahren ein Eisbären-Fan, hat bis Oktober jedes Spiel seiner Eisbären gesehen. Nun ist er unheilbar an Krebs erkrankt und hat wohl nicht mehr lange zu leben.... Daher meine Bitte , können Sie den letzten Wunsch meines Sohnes erfüllen, ihm ein Trikot der Eisbären mit allen Unterschriften der Spieler zukommen zulassen. Sie würden ihm einen Traum erfüllen." Der Wunsch wird erfüllt und Torwart Alexander Jung übergibt das Trikot persönlich.
[/B]

Dabei wird einem eigentlich immer wieder klar, dass es noch wichtigeres gibt als Eishockey.

Mein Mitgefühl geht an die Familie, und den Jungen, die dieses schwere Schicksal tragen müssen.

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