B1 im Derbyfieber

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Nick
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B1 im Derbyfieber

Beitragvon Nick » Di 21. Dez 1999, 15:23

Der Berliner Fernsehsender B1 hat das Eishockey entdeckt. Genauer gesagt: wiederentdeckt. In der B1-Sportredaktion arbeiten viele kompetente Menschen. Und weil das auch schon früher so war, präsentierte B1 Anfang bis Mitte der 90er-Jahre seinem Fernsehvolk viel Eishockey, manchmal sogar live. Damals wie heute gab es in Berlin zwei Eishockeyvereine. Da waren einmal die Preussen, dem das Wohl der Reporter sehr am Herzen lag, und auf der anderen Seite die Dynamos und späteren Eisbären aus dem frisch hinzugewonnenen Ostteil der wiedervereinten Hauptstadt. Die (Eishockey-) Welt war zu dieser Zeit für viele - nicht nur für B1 - noch in Ordnung. Beide Vereine hatten ihr Publikum und die Berliner Fernsehstation ihre Stammzuschauer. Hertha BSC spielte unattraktiven und vor allem erfolglosen Fußball. Eishockey boomte. Auch wurden damals schon viele Auseinandersetzungen beim schnellsten Mannschaftssport der Welt geführt. Zugegeben, es waren nicht nur sportliche, sondern auch welche, deren Ursache man wohl in gesellschaftlichen Problemen finden konnte. Wenn man wollte. Doch B1 wollte nicht. Auf dem Eis siegten meist die Guten (Preussen), am Rande der Spiele meist die Schlechten (Eisbären-Fans). Das brachte Emotionen, die manchmal nicht nur in hitzigen Diskussionen endeten. Und es brachte B1 vermutliche hohe Einschaltquoten. Doch ab 1997 änderte sich das Bild. B1 hatte auf einmal wenig Interesse, Derbys zwischen dem BSC Preussen, (Oh, `tschuldigung: Preussen Devils oder doch schon Capitals....wer weiß das schon so genau?) ) und dem EHC Eisbären über die "normale" Berichterstattung hinaus zu übertragen. Von Play Off-Spielen ganz zu schweigen. Denn, die Preussen wollte in Berlin fast keiner mehr sehen. Der sportliche Erfolg litt unter dem etwas indisponierten Management des Vereins. Beim EHC Eisbären reagierte man schnell auf das Bosman-Urteil und stürmte mit neuen, meist ausländischen und besseren Spielern, zu ungeahnten sportlichen Erfolgen. Halbfinale 1996/97 und 1998/99, 1997/98 spielte man sogar im Finale um die Deutsche Meisterschaft. Der geneigte Eisbären-Fan fragte sich damals häufig, warum B1 dies nicht entsprechend würdigte. Warum wurde gar nicht oder wenig ausführlich über die neue Nummer 1 im Berliner Eishockey berichtet. Keine Derbyübertragungen, keine von den spannenden Play Off-Partien. Und das, obwohl man mit Jochen Sprentzel den Starkommentator schlechthin im öffentlich-rechtlichen Fernsehen unter Vertrag hatte. Nun, die Antwort ist leicht. Jochen Sprentzel versuchte seine Sympathiewerte für den Westberliner Eishockeyclub nur selten zu verschleiern. Gelungen ist es ihm sowieso nie. In dieser Saison nun ist wiederum vieles anders und doch alles schon mal dagewesen. Roger Wittmann heißt die personifizierte Antwort. Der Manager des Fußball-Exzentrikers Mario Basler entschuldete zunächst die Berlin Capitals, wie sich die Kufenflitzer vom Eichkamp inzwischen weltoffen nannten. Dann bastelte er mit dem Geld der Familie Banghard und des neuen Hauptsponsors Skoda ein dermaßen erstklassiges Team zusammen, bei dem sich nicht nur die eigenen Fans fragen, ob und wenn ja wie der Salary-Cup eingehalten wird. Doch B1 ists egal. Heute, wo die Berliner Stadtmeisterschaft wieder offener denn je scheint, gibt es im Abendprogramm der TV-Anstalt wieder mal einen längeren Zusammenschnitt eines stadtinternen Eishockeyvergleichs. Keiner scheint mehr zu fragen, wo der selbsternannte Hauptstadtsender die letzten drei Jahre mit seinen Kameras war, als der "ungeliebte" EHC Eisbären die deutschen Eishockeystadien, die Medien und die Zuschauer eroberte? Keiner? Doch, viele! Nämlich all diejenigen, die nicht erst seit den Erfolgsjahren der Eisbären in den Hohenschönhausener Wellblechpalast pilgern, um früher mehr und heute etwas weniger ihre "Stars on Ice" zu feiern. Vielleicht gibt uns Jochen Sprentzel oder die anderen kompetenten Sportredakteure von B1 irgendwann mal eine Antwort auf diese Frage.
Nick

Robert P
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Beitragvon Robert P » Mi 22. Dez 1999, 15:41

Respekt! Bild
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Robert P
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Beitragvon Robert P » Mi 22. Dez 1999, 21:59



Jochen Sprentzel - > Eishockeygott?!
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Eisdynamothoralf
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Beitragvon Eisdynamothoralf » Mi 22. Dez 1999, 22:33

Genau! Den Korken schoß aber ein gewisser Friedrich Karl Brauns im Info-Radio ab! Der hörte sich an, als sei er geradewegs von Bonnys Ranch ans Mikro geeilt, um dort zu kommentieren! Völlig zusammenhangloses, unqualifiziertes Gequatsche! Wenn für solche Leute GEZ-Gebühren auf Gehälter umgelegt werden, na dann Gute Nacht, öffentlich Rechtliche!
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mccorn
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Beitragvon mccorn » Do 23. Dez 1999, 03:25

Klasse Beitrag!
Eishockeyfachmann Jochen Sprentzel spricht ja auch bei einen 1:2 von einen eindeutigen Ergebniß und manchmal auch vom Ball der ins Tor muß (wohlbemerkt Eishockey).

Macht nichts soll er doch weiter von seinen Cups und ihren Fans berichten.

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Charlie
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Beitragvon Charlie » Do 23. Dez 1999, 09:14

Tja, ich befürchte, da ist wesentlich mehr Wahrheit dran, als ich sogar schon zuzugeben bereit bin. Das Verhalten der öffentlich-rechtlichen ist wirklich ein wenig sehr ProWestlich...

Den absoluten Vogel hat allerdings gestern FAB abgeschossen... Nachdem der Moderator etwa ein Dutzend Mal betont hat, daß kein EHC-Vertreter -obwohl eingelden- kommen wollte, wurde eine Capitals-Lobeshymne herabgelassen, daß es sogar mir als Capsfan schon peinlich war und ich weggeschaltet habe...
Nein, ich denke, solch subjektive Berichterstattung brauchen weder die Caps noch die Eisbären. Das hilft leider keinem von beiden. Nun ja, hoffen wir, daß es sich in Zukunft bessert...
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Beitragvon Moritz Hillebrand » Fr 24. Dez 1999, 02:20

Wahr dem so? Das ist alles sehr interessant, denn das Verhalten von FAB war dchon im Vorfeld wenig professionel. Ursprünglich hatten sie beide Trainer eingeladen zu einer Spielanalyse. Peter John Lee liess sich morgends entschuldigen. Aus welchen Gründen auch immer. Da fragten sie mich, ob ich käme. Ich habe abgelehnt: Weil, was soll ich bei einer Spielanalyse. Das würde ja nichts machen, sagte FAB, Herr Komma hätte abends zuvor bereits abgesagt, Herr Harbig würde kommen. Gut zu wissen. Also hätte Lee ggf. mit Herrn Harbig über Eishockey diskutiert. Spitze!

Unsere anderen beiden Eishockeyfachmänner (Nickel, Funk) waren auf dem Weg zu ihren Familien, konnten also auch. Wir schicken nicht irgendjemand zu einem Fernsehtermin nur damit jemand da ist. Derjenige muss dann auch etwas zu sagen haben.



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Beitragvon Eastside » Fr 24. Dez 1999, 18:16

Spitzenbeitrag!

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